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Roland FlaRakRad

DAS HOCHMOBILE, KOMPAKTE

und äußerst leistungsfähige Waffensystem zur Abwehr von Tief- und Tiefstfliegern wurde von den Firmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm in München und Aérospatiale in Paris - zusammengefaßt in der G.I.E. EUROMISSILE, Paris - konzipiert und entwickelt.

ROLAND ist derzeit bei 10 Armeen, darunter 4 NATO-Staaten, erfolgreich eingeführt (z.B. deutsches Heer FlaRakPz auf SPZ Marder, französisches Heer auf AMX 30).

Bei der deutschen Luftwaffe und Marine wird der FlaRakRad zum Schutz von Flugplätzen eingesetzt. Hier wird die Waffenanlage in einem Koffer integriert und auf einem LKW modernster Konzeption befestigt.

Die Waffenanlage ROLAND ist weitestgehend identisch mit der Heeresversion, daher können Ausbildungs- und Materialerhaltungsgeräte übernommen werden.

Folgende Merkmale kennzeichnen den ROLAND FlaRakRad:

- Fahrgestell auf Lkw 15t mil gl W.

- Sonderaufbau ROLAND (SARO)

- Koffer ausgebaut als Kampfraum und versehen mit der Waffenanlage

- Autonome Energieversorgung am Koffer, Koffer mittels fahrzeugeigener Hub- und Abstützeinrichtung

absetzbar und mit Bahn, Flugzeug und Schiff transportierbar

- Volle Funktionsfähigkeit in abgesetztem Zustand.

DAS WAFFENSYSTEM ROLAND FLARAKRAD

eignet sich besonders für den Objektschutz und zwar sowohl auf seinem Trägerfahrzeug als auch vom Fahrzeug abgesetzt und von abnehmbaren Stützen getragen. Die Radarversion ist ebenso hervorragend ausgelegt für einen mobilen Einsatz auf Straße und Gelände. Dies vor allem durch die Fähigkeit, Ziele bereits während der Fahrt zu entdecken und zu identifizieren. Dieser Vorgang wird durch ein Rundsuchradar mit einer Reichweite von 16 km, einer Höhenabdeckung von über 3 km und einer integrierten IFF-Anlage ermöglicht.

Zur Zielerfassung und Verfolgung dienen ein optisches Visier/Goniometer und ein Lenkradar. Mit beiden Sensoren wird sowohl das Ziel verfolgt als auch der Flugkörper geortet bzw. dessen Ablagen zur Visierlinie (Radar- / Visier-Ziel) ermittelt. Ein Umschalten zwischen Visier/Goniometer und Lenkradar ist jederzeit möglich, während des Flugkörperfluges.

Von einem FlaRakRad ROLAND können insgesamt 10 Flugkörper mitgeführt werden. Davon 2x4 Flugkörper in den Koffer-integrierten Trommelmagazinen, die restlichen 2 abschussbereit an den Werfern. Beim Doppelwerfer erhöht sich die Zahl der abschussbereiten Flugkörper auf 4 und somit die gesamt verfügbaren Flugkörper auf 12. Durch automatisches Nachladen aus den Magazinen können die von den Werfern abgeschossenen Flugkörper in wenigen Sekunden ersetzt werden. Wenn es die Bekämpfungssituation erfordert, ist es auf diese Art möglich, alle Flugkörper in nur wenigen Minuten hintereinander zu verschießen.

Die Reichweite eines ROLAND-Flugkörpers von über 6.000 m (Roland 2) und über 8.000 m (Roland 3) bis in Höhen von 5.000 m und mehr ergibt eine hohe Vernichtungswahrscheinlichkeit sowohl bei optischer Sicht (IR-Goniometer) als auch bei Nacht und schlechter Sicht (Lenkradar). Der Flugkörper wird über ein Kdo-Sender, der die entsprechenden Kommandos aus einem Rechner erhält und zum Flugkörper sendet, auf der Visierlinie gehalten. Der ROLAND-Flugkörper muß das Ziel nicht direkt treffen, um es zu zerstören, da sowohl ein Annäherungs- als auch ein Aufschlagzünder den Gefechtskopf zünden können.

Aufgrund seiner Mobilität, Flexibilität und Autonomie und seiner Integrationsfähigkeit in eine koordinierte Flugabwehr, ist ROLAND geeignet, der feindlichen Bedrohungen aus der Luft durch Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber wirkungsvoll zu begegnen.

DIE BETRIEBSZUSTÄNDE

Sind folgende:

Grundzustand:

Im Grundzustand, der in der Regel beim Fahren eingenommen wird, sind Antennen, Richteinheit und der Turm in Ruhestellung verriegelt, die Stromversorgung ist abgeschaltet.

Das System kann jedoch in diesem Betriebszustand auch mit eingeschalteter Stromversorgung betrieben werden, sofern mit einem Alarm zu rechnen ist. In diesem Fall werden die HF-Geräte bereits vorgeheizt.

Überwachung:

Dieser Betriebszustand gleicht dem Grundzustand mit eingeschalteter Stromversorgung, jedoch ist die Antenne des Rundsuchradars aufgeklappt und dreht sich. Das Rundsuchradar ist in Betrieb.

Bereitschaft:

In diesem Betriebszustand ist die Waffenanlage bereit, in kürzester Zeit eine Bekämpfung durchzuführen. Alle Anlagen sind aktiv, nur die Bewegung der mechanischen Baugruppen des Turmes sind blockiert. Die Luftraumüberwachung erfolgt weiterhin.

Bekämpfung:

Dies ist der Betriebszustand für den Abschuß der Flugkörpers. Die Stromversorgung ist eingeschaltet, die Hydrauliksysteme für Turm und Koffer sowie die Radargeräte sind in Betrieb. Die Visierklappe ist geöffnet, der Turm entriegelt und drehbar. Bei Zielerfassung laufen die Werfer synchron zur Lenkradarantenne bzw. zum Visier.

AMESSUNGEN, GEWICHTE UND LEISTUNG

Koffer

Koffer Gewicht 2.100 kg

Länge: 4.700 mm

Breite: 2.840 mm

Höhe: 1.700 mm

Koffer mit Waffenanlage Gewicht: 10.500 kg

Koffer mit Waffenanlage,

Staukasten und Energie-

Versorgungsanlage Gewicht: 14.000 kg

FlaRakRad komplett Gewicht: 27.500 kg

Länge: 9.800 mm

Breite: 2.900 mm

Höhe: 3.960 mm * *Antenne eingeklappt.

Fahrgestell 15t

Max. Dauergeschwindigkeit :80 km/h

Steigfähigkeit (Mototr) :60%

Steigfähigkeit bei 45 km/h :4,6%

Min. Operationsstrecke auf Straße :800 km

Wendekreis :26 m

Bodenfreiheit :415 mm

Stufen- Überschreitung :400 mm

Watfähigkeit :1.200 mm

 

SARO (Sonderaufbau ROLAND)

Der SARO ist der absetzbare Koffer mit der kompletten Waffenanlage.

Grosszügiges Raumangebot für 3 Mann Besatzung (Kommandant, Richtschütze und Lkw-Fahrer):

- Kampfraum vollklimatisiert und ABC-geschützt, und nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgelegt.

- Geräuschpegel am Arbeitsplatz gedämpft auf 79 dBA.

- Gute Zugänglichkeit für Wartung und Reparatur.

- Magazine können als Einheit herausgenommen werden.

- SARO kann in weniger als 20 Min. abgesetzt werden.

- SARO ist im abgesetzten Zustand voll Funktionsfähig.

- Transportierbar auf Straße, Schiene, Luft- und Wasserwegen.

- Splitterschutz und Schutz gegen leichte Infanteriewaffen ist vorhanden.

Zusatzpanzerung ist möglich.

Zusammengetragen von Hans-Christian Becker