Die Deutsche Flotte heute

 

Seit 1955 ist unser Land Mitglied der Nordatlantischen Allianz (NATO), d.h. die Bundesrepublik Deutschland ist seit mehr als 40 Jahren Mitglied eines Seebündnisses, des größten und erfolgreichsten in der Geschichte der Menschheit.

Multinationalität gehört seit Gründung der NATO zum Selbstverständnis der Seestreitkräfte der Nordatlantischen Allianz, denn die ständigen Einsatzverbände sind multinationale maritime Einsatzverbände, die an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr im Einsatz sind. Sie operieren nach gleichen Vorschriften und Einsatzverfahren, gleichen Führungs- und Fernmeldegrundsätzen. Die Sprache ist einheitlich Englisch. Standardisierung und Interoperabilität sind zudem nirgendwo in der Allianz so stark ausgeprägt wie bei den See- und Seeluftstreitkräften.

 

Seit Jahrzehnten zählen deutsche Schiffe und Boote zu multinationalen Einsatzverbänden. Für die deutsche Flotte gehört Multinationalität deshalb seit langem zum Alltag maritimer Operationen.

 

Die Auftragserfüllung der Flotte in einer multinationalen Umwelt und der Anspruch, ein multinationales Seebündnis aktiv und wirkungsvoll mitzugestalten, setzt angemessene maritime Kräfte voraus.

Das Flottenkommando ist als eine von drei Höheren Kommandobehörden der Marine dem Inspekteur der Marine verantwortlich für die Einsatzfähigkeit und operative Führung der Flotte. Dies beinhaltet die Verantwortung für die einsatzbezogene Erziehung und Ausbildung. Innerhalb der NATO-Kommandoorganisation führt der Befehlshaber der Flotte unterstellte See- und Seeluftstreitkräfte als Sub-Principal Subordinate Commander (COMGERFLEET).

 

 

Der aktuelle Bestand an See- und Seeluftstreitkräften

Die Seekriegsmittel der deutschen Flotte sind in sechs Flottillen organisiert, die dem Flottenkommando in Glücksburg unterstehen.

Insgesamt stehen zur Auftragserfüllung zur Verfügung:

- in der Zerstörerflottille 15 Kampfschiffe sowie 10 Versorgungseinheiten mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen

- in der Flottille der Minenstreitkräfte 36 Minenabwehreinheiten mit 2 Tendern und 1 Versorger, ergänzt durch die
        Waffentauchergruppe mit 2 Minentauchereinsatzbooten

- in der Schnellbootflottille 34 Flugkörperschnellboote mit 4 Tendern

- in der Ubootflottille 16 Uboote mit 1 Unterstützungseinheit

- in der Flottille der Marineführungsdienste 3 Flottendienstboote

- in der Flottille der Marineflieger 53 Marinejagdbomber, 14 Ujagdflugzeuge/Seefernaufklärer, 4 Flugzeuge zur Fernmelde- und elektronischen Aufklärung, 22 landgestützte Hubschrauber, 17 Bordhubschrauber und 2 Transportflugzeuge und ein Flugzeug zur luftgestützten Überwachung von Meeresverschmutzungen.

 

Alle Einheiten der präsenten Flotte sind zu Krisenreaktionseinsätzen befähigt. Die Einheiten durchlaufen einen Betriebs- und Erhaltungszyklus, im Verlauf dessen ca. 40 Prozent als rasch verfügbare Einheiten eingesetzt werden können. Damit kann die Marine aus dem Gesamtbestand der Flotte, der sich vorrangig an den Aufgaben der Landesverteidigung orientiert, bis zu 40 Prozent der Kräfte gleichzeitig über längere Zeiträume für Krisenreaktionsoperationen abstellen.

Im folgenden werden die einzelnen Flottillen vorgestellt, wobei die Marineflieger in einem gesonderten Artikel ausführlich beleuchtet werden.