HL/MJ 343
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1. Allgemeine Darstellung

Zum Zeitpunkt der Planung von SM 343 stand zunächst einmal der Bedarf an ausreichender Minenlegekapazität im Vordergrund. Der Hauptaufgabe Minenlegen untergeordnet, wurden die SM 343 zur Minenabwehr in Gebieten, die für die Minenjagd nicht oder nur bedingt geeignet sind, mit Simulationsräumkomponenten ausgerüstet. Als kostengünstige Ausrüstung kam dafür nur herkömmliches Schleppgeschirr in Betracht. Nachdem der Entwurf unter diesen Vorgaben erfolgte, wurden 10 Einheiten in den Jahren 1989 bis 1991 an die Marine ausgeliefert.

Mit der Änderung der politischen Gesamtlage verlagerte sich der Einsatzschwerpunkt der Flottille der Minenstreitkräfte vom Minenlegen zur Minenabwehr. Als Resultat sieht die aktuelle Zielstruktur nur noch Minenjagd- und Hohlstablenkboote vor. Neben einer deutlichen Steigerung der Räumeffizienz durch Anwendung neuer und verbesserter Technologien wird damit vorrangig dem Gedanken der Risikominimierung für Besatzung und Material Rechnung getragen. Die Umrüstung der Schnellen Minensucher SM 343 ist eine logische Konsequenz aus einer veränderten Aufgabenstellung.

2. Vorgaben

Künftige Minenabwehroperationen sollen durch Minenabwehreinsatzgruppen erfolgen. Dabei muß jede Einsatzgruppe in der Lage sein, in allen in Frage kommenden Seegebieten Grund- und Ankertauminen gleichermaßen bekämpfen zu können. Vorrangig soll diese Aufgabe mit Minenjagdbooten erfolgen. In Seegebieten, in denen die Sonarortung durch ungünstige Wasserschichtungen oder extreme Bodenbeschaffenheit stark beeinträchtigt wird, sollen ferngelenkte Hohlstäbe mit Simulationsräumtechnik die Räumoperation unterstützen.

Die Schnellen Minensucher SM 343 und die Minenjagdboote MJ 332 sind miteinander über das Konzept des "Einheitswaffenträgers" verbunden. Dieses Konzept ermöglicht es nunmehr, die Boote in der Nutzung durch Ergänzung und/oder Austausch von Komponenten veränderten Einsatzbedingungen anzupassen und dabei den jeweiligen aktuellen Stand der Technik zu nutzen.

3. Umrüstung zu MJ 343

5 SM 343 sollen in den Jahren 1998-2001 zu Minenjagdbooten MJ 343 umgebaut werden. Sie sollen in ihrer Leistungsfähigkeit den Minenjagdbooten MJ 332 gleichkommen und erhalten deswegen eine dementsprechende Ausrüstung.

Mit dem Einbau der Taucherkomponente und des Minenjagdsonars, der Änderung der Ruder-/ Antriebsanlage und der Integration der Führungskonsolen in die Operationszentrale und der Unterwasserdrohne werden praktisch zu MJ 332 identische Minenjagdboote entstehen.

Die Minenbekämpfung erfolgt analog zu MJ 332 über ferngelenkte Unterwasserdrohnen. Als Drhnentyp ist der Seefuchs ausgewählt worden, der sowohl gegen Ankertauminen als auch Grundminen einsetzbar ist.

Das Vorhaben MJ 343 befindet sich seit August 94 in der Definitionsphase. Die Ausschreibung des gesamten Leistungspaketes erfolgte konkurrenzierend - die Angebote liegen vor und werden derzeit ausgewertet. Die Planung ist darauf abgestellt, nach parlamentarischer Billigung in III/97den Bauvertrag in IV/97 schließen zu können.

4. Umrüstung zu HL 343

5 SM 343 sollen in den Jahren 1998-2001 zu Hohlstablenkbooten (HL 343) umgerüstet werden. Sie bilden dann zusammen mit den im Zuge der Umrüstung zu modernisierenden Hohlstäben vom Typ SEEHUND das neue Minenräumsystem TROIKA.

Die Umrüstung umfaßt die Integration von Lenkeinrichtung, Minenmeidesonar und Bekämpfungsdrohne. Dabei ist besonders die Lenkeinrichtung eine anspruchsvolle Neuentwicklung. Das HL 343 wird sich dadurch in seinen technischen und operationellen Möglichkeiten vom Vorgängermodell 351 unterscheiden. Eine weitgehende Automatisierung der Fernlenkung der Hohlstäbe reduziert den Aufwand an Lenk- und Überwachungskonsolen. Der Auftrag für die Entwicklung der Lenkeinrichtung wird - zur Erzielung einer wirtschaftlichen Lösung - im Wettbewerb vergeben. Die parlamentarische Billigung des Vorhabens ist für IV/97 geplant, um den Bauvertrag in I/98 zu schließen.

5. Internationale Kooperation

Die Lenkeinrichtung wird auf der Basis eines MoU gemeinsam mit den Niederlanden entwickelt.