MPA 2000
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Das Ujagd Flugzeug BREGUET ATLANTIC ATL 1 ist bei der deutschen Marine bereits ca 30 Jahre im fliegerischen Einsatz.

Mit einem weitgefächerten Spektrum unterschiedlicher Waffensysteme müssen "Maritime Patrol Aircraft" (MPA) in der Lage sein, auch in entfernten Seegebieten über einen längeren Zeitraum Über- und Unterwasserziele zu orten, identifizieren, beschatten und ggf. zu bekämpfen.

In der deutschen Marine wird die MPA zusätzlich im Rahmen des Such-und Rettungsdienstes (SAR) eingesetzt. Neben ihrer Aufgabe als Suchflugzeug eignet sie sich bestens zur Heranführung bergefähiger Einheiten und zur Koordination des Rettungsablaufs zwischen den Rettungseinheiten und der SAR Leitstelle.

Aufgrund der veränderten internationalen Sicherheitslage werden MPA in Zukunft vermehrt als Krisenreaktionskräfte mit Schwerpunkt Seeaufklärung gefordert werden. Während in der Zeit der Ost - West Konfrontation der Schwerpunkt des MPA Einsatzes eindeutig im Bereich
U-Jagd lag, erfolgte spätestens mit Beginn des Golfkonfliktes diese Schwerpunktverlagerung hin zur Seeraumüberwachung. Hier leisten MPA einen bedeutenden Beitrag sowohl für die maritime Risikovorsorge als auch für die konkrete Krisenbewältigung.

Dies wird durch den mittlerweile 3 Jahre anhaltenden Einsatz der MPA im Rahmen der Embargoüberwachung im Mittelmeer eindrucksvoll dargestellt. Seit 1992 unterstützen deutsche BREGUET ATLANTIC aus Elmas/Italien mit einem ständigen Kommando mit durchschnittlich 70 Mann fliegendem und technischem Personal diese Embargoüberwachung im Auftrag der Vereinten Nationen.

Überlegungen der Nachfolge-Planung führten zu der Entscheidung, das jetzige MPA bis spätestens 2010 durch ein neues Luftfahrzeug zu ersetzen. Um bis dahin den Einsatzflugbetrieb mit der ATL 1 gewährleisten zu können, wurden 1993/1994 Nutzungsdauerverlängerungsmaßnahmen eingeleitet. Parallel erfolgte der Beginn des Phasenvorlaufs für die MPA-Nachfolge.

Aufgrund ähnlicher Erfordernisse hinsichtlich einer MPA-Nachfolge bei den italienischen Streitkräften begannen in 1994 erste deutsch-italienische Kontakte, um eine eventuelle gemeinsame Beschaffung eines neuen MPA zu prüfen. In weiteren GE-IT-Gesprächen wurden die operativen Forderungen der beiden Marinen harmonisiert.

Aus Kostengründen scheidet für beide Nationen eine völlige Neuentwicklung eines MPA aus. Als Ausgangsbasis für die Luftfahrzeugzelle ist ein speziell für MPA-Aufgaben entwickeltes Luftfahrzeug vorgesehen. Mit einer modularen Auslegung wird eine kostengünstige Modifizierung erwartet.

Zur weiteren Kostenreduzierung ist ein "Pooling" von Waffensystemanteilen denkbar, bei denen es wirtschaftlich und zweckmäßig erscheint (z.B. gemeinsame Logistik, gemeinsame Aus-bildungszentren, Software-Pflege etc.).

Im Mai 95 konnte eine "GE-IT Joint Declaration" von den Delegationsleitern unterzeichnet werden, welche eine gemeinsame Kooperation in der Beschaffung und in der Nutzung von Waffensystemanteilen vorsieht. Als weiterer Meilenstein in Richtung einer gemeinsamen Kooperation bei Entwicklung und Beschaffung des neuen MPA wurde im Januar 96 das "Com-mon Outline European Staff Target" auf Admirals-/Generalsebene unterzeichnet.

Die mit diesem Dokument beschriebene und in Anlehnung an PAPS weitere Vorgehensweise sieht die Gründung einer bilateralen "Project Group" vor. Desweiteren sollen auf der Basis eines bis Sommer des Jahres unterzeichneten "Feasibility MoU" bilaterale Realisierbarkeits-untersuchungen erfolgen. Der Beginn der Definitionsphase ist für Anfang 1999 geplant.

Eine Öffnung der zunächst bilateralen Kooperation zu einer multinationalen-europäischen MPA-Gemeinschaft wird angestrebt.