Oceanographic Research Ship
(Wehrforschungs-/ Erprobungsschiff (WFES Kl. 752))

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1. Einleitung

Das neue Wehrforschungs-/ Erprobungsschiff (WFES) der Bundeswehr wurde konzipiert, um Aufgaben der maritimen Forschung und wehrtechnischen Erprobung zu übernehmen.

Das WFES soll das über 30 Jahre alte Wehrforschungsschiff "PLANET" und die bereits außer Dienst gestellten Erprobungsfahrzeuge "HANS BUERKNER" und "HEINZ ROGGENKAMP" ersetzen.

Zu den wichtigsten Aufgaben des WFES gehört neben der Sonar- und Torpedoerprobung die Erfassung von für den Einsatz, die Aufklärung, die Abwehr und den Schutz gegen Unterwasserwaffen relevanten Umgebungsverhältnissen in den Einsatzgebieten der Marine sowie die Untersuchung von Methoden zur Unterwasserdetektion, -kommunikation und -fernwirkung für die Entwicklung neuer Konzepte für Einsatz, Aufklärung, Abwehr und Schutz gegen Unterwasserwaffen.

Bisher liegen nur Messungen der Schallortungsbedingungen für geringen Seegang und niedrige Windgeschwindigkeiten vor, weil das vorhandenene Wehrforschungsschiff "PLANET" in seinen Einsatzmöglichkeiten begrenzt ist. Bekanntlich verändern sich aber die Bedingungen für die Schallausbreitung unter Wasser bei hohen Windgeschwindigkeiten und starken Seegängen wesentlich. Systematische und für das gesamte Einsatzgebiet geltende Untersuchungen konnten jedoch nicht mit den vorhandenen Schiffen des Rüstungsbereiches und der Marine wegen zu großer Schiffsbewegungen bei starkem Seegang und damit unmöglichen Meßbedingungen durchgeführt werden.

Der Weiterentwicklung der tieffrequenten Ortung, die im Tiefwasser wesentlich wirksamer ist als im Flachwasser, kommt für die Zukunft eine besondere Bedeutung zu.

Beim Einsatz tieffrequenter akustischer Empfangsanlagen werden höchste Anforderungen an die Minimierung der Geräuschabstrahlung bei fahrendem Schiff gestellt, damit die Ortungssignale nicht vom Eigengeräusch des Ortungsfahrzeuges verdeckt werden.

Für das WFES sind daher zwei Eigenschaften notwendig, gute Seefähigkeit und minimale Geräuschabstrahlung.

 

2. Auswahl der technischen Lösung

In der Prefeasibility Phase wurden Entwürfe von konventionellen Einrumpfschiffen mit Doppelrumpfschiffen des Typs Small Waterplane Area Twin Hull (SWATH) verglichen, die über die geforderten guten Seegangseigenschaften (Operability Index von 75% für heavy manual work bei einer kennzeichnenden Wellenhöhe von 3,25m in der Nordsee) verfügen sollten.

Der SWATH Typ mit einer Verdrängung von ca. 3000t stand einem Monohull mit einer Verdrängung von ca. 5000t gegenüber und erwies sich als die wirtschaftliche Lösung. Daneben hat der SWATH gegenüber dem konventionellen seegangsoptimierten Einrumpfschiff erhebliche technische und betriebliche Vorteile, unter anderem durch

- die guten Seegangseigenschaften,

- die geringeren Geschwindigkeitsverluste im Seegang,

- die Verwendung großer Propeller mit kleinen Drehzahlen, was sich positiv auf den Propellerwirkungsgrad und damit auf die zu installierende Antriebsleistung und die Schallabstrahlung auswirkt,

- die für den Meß- und Erprobungsbetrieb besser geeignete Anordnung von Raum- und
Decksflächen.

 

3. Schiffsentwurf SWATH - Typ

Hauptabmessungen

Länge über Alles 71 m

Breite im H-Deck 25 m

Tiefgang 6,5 m

Deplacement 3400 t

Geschwindigkeit 15 kn

Besatzung 25

Sonderpersonal 20

Reichweite 5000 sm bei 15 kn

Antrieb

Das Schiff erhält einen elektrischen Antrieb mit Propellermotoren in Transversalflußtechnik.

Für die Erzeugung der elektrischen Energie für Antrieb und Bordnetz sind Aggregate mit einer Nennleistung von 5400 kw vorgesehen.

Die elektrische Anlage wird so vorbereitet, daß die Energie für Hafenbetrieb und "silent ship"-Betrieb aus einer containerisierten Brennstoffzelle entnommen werden kann.

Ausrüstung

- Heckgalgen mit Doppeltrommelschleppwinde

- Assistenzkran hinten

- Bordkran für H-Deck und B-Deck

- Seitengalgen mit Draht- und Serienwinde

- Torpedoausstoßrohr

- Anordnung für Sonarkreisbasis

- Lotanlagen

- Container (max. 5 20’Container) für unterschiedliche Forschungsaufgaben

 

4. Meilensteinplan

- Aufforderung zur Abgabe Bauangebot 06/96

- Bauvertrag 04/98

- Ablieferung 2000